CAR LOFT - Sports & Classic Cars. Car Loft Fahrzeughandel in Salzburg, Österreich bietet einen Oldtimer, Sportwagen sowie verschiedene Serviceleistungen zur Einlagerung und Überwinterung von Fahrzeugen. Car Loft verkauft gebrauchte und restaurierte Oldtimer und Sportwagen.

Alfa Romeo Spider Oldtimer

Offen für alle Zeit – die „späten“ Spider von Alfa Romeo (1966-1993)
Mit Dustin Hoffman am Steuer, den Fängen Mrs. Robinsons entfliehend, wird der Spider dank des Hollywood-Streifens „The Graduate“ („Die Reifeprüfung“) ab 1967 auch in den Staaten schnell bekannt. Ein Renner sind die offenen Sportwagen aus Mailand dort ohnehin.
Doch als der neue, von Pinin Farina futuristisch in Schale geworfene Spider auf Basis der Giulia Baureihe 105, 1966 seine Premiere feiert, ist die Trauer bei den Anhängern des sehr klassisch gestylten Vorgängers groß.
Aber der flunderflache Sportwagen mit den beiden unter windschnittigen Klarglaskuppeln steckenden Scheinwerfern findet dennoch schnell einen festen Freundeskreis. Und das sehr lange. Schließlich wird der von Zeit zu Zeit maßvoll modernisierte Spider nicht weniger als 27 Jahre lang produziert. Alfa Romeo hält so selbst in den Jahren, in denen die offene Fahrzeugspezies wegen immer drastischerer Sicherheitsbestimmungen vom Aussterben bedroht ist, stets dem Roadster die Treue und sichert seinen Fortbestand. Der erste Spider – mit 1,6 Litern – erscheint als „Rundheckspider“. Wegen seiner außergewöhnlichen, zuvor bereits bei einigen Pinin Farina-Prototypen auf Basis des 6C 3000 und der Giulietta zu bewundernden Heckform erhält er den Namen „Osso di Sepia“, auf Deutsch „Schulp des Tintenfisches“. Spötter nannten ihn auch „Gummiboot“. Nett ist das nicht gerade, und so suchen die Marketingspezialisten aus Mailand schnell einen neuen Namen für den
Rundheckspider. Ein Wettbewerb bringt neben zahlreichen unsinnigen Vorschlägen, den neuen Namen „Duetto“ hervor.

Der Weg vom Alpha Duetto bis zum heutigen Spider
Analog zum Coupe erhält der Duetto den leistungsstärkeren 1750er Motor und ab 1968 mit dem 1300 Junior ein Einstiegsmodell. 1969 erfährt der Spider dann seine erste Überarbeitung. Der gewöhnungsbedürftige runde Heckabschluss weicht einem modischen Abrissheck und Verhilft den Modellen dieser Baureihe zur Bezeichnung „Fastback“ („Coda Tronca“). An der Front verschwindet der Komet und das Scudetto zwischen den breiteren Stoßstangenhälften fällt dynamischer aus. Die Fastback-Karosserie bleibt von 1969 bis 1983 optisch
unverändert. Seit 1971 sind auch 2 Liter Motore lieferbar. Innen schmücken nun zwei große, dem Tacho und Drehzahlmesser vorbehaltene Blendschutzschalen den Armaturenträger. Das abgeschnittene Heck verkürzt den Spider um ganze 13 cm. Dennoch wächst das Volumen des deutlich besser Nutzbaren Kofferraums. Neben den klassischen Stahlfelgen im Alfatypischen Lochdesign erfreuen sich Campagnolo Alufelgen im filigranen Turbinen-Speichendesign großer Beliebtheit. Beim 1300er verzichten die Produktverantwortlichen auf die aerodynamisch günstigen Plexi-Abdeckungen der Scheinwerfer und das neue Armaturenbrett. Bereits 1974 experimentierten die Pininfarina-Designer erneut mit dem Spider. Doch der durchweg gelungene Entwurf lässt sich nicht so leicht verbessern. So verpasst Pininfarina einem Prototypen einen auffälligen Front- und Heckspoiler und lackiert die Sicke in der Fahrzeugflanke in einem kontrastierendem Farbton.
Der Entwurf wird aber vorerst verworfen – erst lange Jahre später erinnert sich Pininfarina dieses Prototyps. 1983 erscheint dann der mit großem Frontspoiler, steil emporragender Gummilippe auf dem Heck und voluminösen Stoßfängern mit Gummi-Scudetto versehene Spider Aerodinamica, vom Volksmund auch verächtlich „Spoiler-Spider“ oder „Gummilippe“ getauft.
Als dann 1986 auch noch die kleinen Chromspiegel großen Bauteilen weichen und die Eisbecherartigen Instrumenträger durch ein großes, alle Instrumente beherbergendes Teil ersetzt werden, ist das Kunststoffzeitalter vollends eingeläutet.
Die Veränderungen sind erfreulichen Verkaufszahlen dennoch nicht abträglich.
Doch „Auto Motor und Sport“- Redakteur Clauspeter Becker spricht vielen aus dem Herzen, als er den Fastback mit einer „kross gebackenen Pizza“ und den neuen Aerodinamica mit einem „McDonald-Brötchen“ vergleicht.
Als der Spider 1990 seinen vierten Frühling erlebt, brausen die Begeisterungswogen wieder auf. Die neuen Stoßfänger sind nun Teil der feschen Karoserie und am Heck befindet sich nun ein harmonisch integriertes Leuchtenband, das optisch die Verwandtschaft mit den Schwestermodellen demonstriert. Damit ist der „Nuova Aerodinamica“ oder „Classico“ wieder zeitlos schön, doch die annähernd drei Jahrzehnte dauernde Produktionszeit geht natürlich nicht spurlos am Spider vorüber.

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