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Rolls Royce Oldtimer

Rolls-Royce Bentley S3
Rolls-Royce Bentley S3

Das Zusammenspiel von diskretem Luxus und mechanischer Perfektion,
die die Nachkriegsmodelle von Rolls-Royce und Bentley auszeichnen, kann man nur dann vollständig verstehen, wenn man einen Blick in die Geschichte dieses herausragenden Unternehmens und der Persönlichkeiten wirft, die seine ersten 28 Jahre bestimmten.

Die Entwicklung des Rolls Royce unter Ernest Hives als Werksleiter
Am 22. April 1933, einem Samstag, starb Sir Frederick Henry Royce im Alter von 70 Jahren. Vor seinem Tod hatte er noch die Entstehung des von einem V12 angetriebenen Phantom III überwacht – des letzten Rolls-Royce, der ohne Rücksicht auf Kosten entwickelt worden war. Der Einfluss des Firmengründers war so überragend, dass es noch vier Jahre dauerte, bis das Unternehmen endlich überlegen begann, wie man die Automobile eigentlich entwickelte und produzierte. Glücklicher Weise änderte sich die Philosophie des Unternehmens mit der Ernennung von Ernest Hives als Werksleiter im Jahre 1936, doch die vollen Auswirkungen wurden erst mit der erneuten Produktionsaufnahme nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 spürbar.
In den 30 Jahren, die zwischen den Arbeiten an seinem ersten Wagen im Jahre 1903 in Manchester und seinem Tod 1933 lagen, hatte der ehemalige Elektroingenieur jedem Modell vom ersten, 1904 gebauten 10hp Royce, bis zum Phantom III seinen Stempel der Perfektion aufgedrückt.

Henry Royce begutachtet die Arbeit an einem 10hp
Henry Royce begutachtet
die Arbeit an einem 10hp
Die Gründung des Unternehmens Rolls-Royce
Als sich Royce, dessen Vater eine Mühle auf dem Land betrieb, und der Hon. Charles Stewart Rolls, dritter Sohn von Lord Llangattock, wahrscheinlich am 4. Mai 1904 trafen, stand am Ende dieser Begegnung die Gründung des Unternehmens Rolls-Royce. Der Automobilverkäufer mit besten Kontakten verkaufte die von Royce im Manchester Stadtteil Hulme gebauten Modelle. Im Laufe des Jahres stieß noch Claude Johnson, der bei Rolls angestellt war, zu den beiden Firmengründern, und wurde der „Bindestrich“ zwischen Rolls und Royce.
Johnson zeichnete sich durch eine kulturelle und künstlerische Ader aus, begleitet von einem Talent für Organisation und Verwaltung. Er sollte den Mythos der Marke begründen, der vor allem auf dem von 1906 an gebauten 40/50hp mit seinem Siebenliter-Sechs-zylinder basierte. Der Wagen ist heute als Silver Ghost bekannt. Der als einziges Modell bis 1922 gebaute „Ghost“ stand mit seiner Kultiviertheit, Ruhe, Zuverlässigkeit und Schönheit weit über allen anderen Modellen seiner Zeit. Seine Wirkung war so groß, dass ihn Alfred Harmsworth, Rolls-Royce-Besitzer und Gründer der Daily Mail, ohne jeden Zweifel als den „besten Wagen der Welt“ bezeichnen konnte.
Wie fast alle Unternehmen der damaligen Zeit produzierte Rolls-Royce lediglich die Fahrgestelle, die von renommierten Karossiers wie Barker, Hooper oder H. J. Mulliner nach den individuellen Wünschen der Kundschaft vervollständigt wurden. Diese Unternehmen produzierten Karosserien, die in ihrer Qualität den mechanischen Vorgaben entsprachen. Diese Tradition wurde bis in die Jahre zwischen den beiden Kriegen aufrecht gehalten, so dass Rolls–Royce 1939 eines der wenigen Unternehmen war, dass sich diese kostspielige Praxis leisten konnte.
Die überwältigende Nachfrage nach dem 40/50hp bedeute, dass sich das Unternehmen bald von seiner zu eng gewordenen Fabrik in Manchester verabschieden musste und 1908 eine neu erbaute Fabrikationsstätte in der Nightingdale Road in Derby bezog. Dies blieb bis 1939 die Heimat des Unternehmens. Hier werden noch immer die Flugzeugtriebwerke, deren Produktion 1915 begann, hergestellt.

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Charles Rolls am Steuer eines 30hp aus dem Jahr 1906
Charles Rolls am Steuer eines
30hp aus dem Jahr 1906
Rolls-Royce in den zwanziger Jahren
Anfang der zwanziger Jahre ging der Luftfahrtbereich zurück, doch danach stieg der Bedarf an Triebwerken aus dem Hause Rolls-Royce stetig an, so dass ihre wirtschaftliche Bedeutung Anfang der dreißiger Jahre die der Automobile zu übertreffen begann. Je größer die Nachfrage nach Kestrel-, Buzzard- und vor allem den Merlin-Triebwerken wurde, desto geringer wurde die Rolle der Chassis-Produktion. 1939 hatten die Automobile nur noch einen Anteil von sechs Prozent am Unternehmensgewinn in Höhe von £ 1,2 Millionen.
Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Charles Rolls, der sich für Flugzeuge begeisterte, 1910 der erste Engländer war, der bei einem Flugzeugunglück ums Leben kam. Royce erlitt 1911 einen gravierenden gesundheitlichen Rückschlag, der eine schwere Operation zur Folge hatte. 1912 erkrankte er wiederum ernsthaft, konnte sich aber zum Glück wieder erholen. Dennoch stand es um seine Gesundheit in den folgenden Jahren nicht zum Besten. Dass er dennoch 70 Jahre alt wurde, verdankte er der Fürsorge seiner Krankenschwester Ethel Aubin.
Er verließ Derby und kehrte nur noch einmal zurück. Danach führte er seine Entwicklungsarbeiten in Crowbourough, Sussex, weiter und ließ sich dann des milden Klimas wegen in St. Margaret’s Bay in Kent nieder. 1917 schließlich fanden Royce und seine Mannschaft eine neue Heimat in West Wittering, 150 Meilen von der Fabrik entfernt, wo er bis zu seinem Tod residierte. Von 1912 an – mit Ausnahme der Kriegsjahre – verbrachten Royce und sein aus sechs Ingenieuren bestehendes Team die Wintermonate in seiner Villa in Le Canadel an der französischen Riviera.

Der 20hp mit Royce als schwierigen Chefingenieur
Diese Entwicklung war ein versteckter Segen, denn der Perfektionist Royce war ein schwieriger und anstrengender Chefingenieur, der sich nicht damit abfinden konnte, dass viele seiner Mitarbeiter nicht in der Lage waren, seinen eigenen, unerreichbaren Standards zu genügen.
Dennoch schaffte er es, Entwicklungen auf die Räder zu stellen, die dem Silver Ghost in nichts nachstanden. 1922 kam der 20hp mit einem 3,1-Liter-OHV-Motor, der bedeutend kleiner und preiswerter als sein Vorgänger war, der noch unbedingt von einem Chauffeur bewegt werden musste. Das neue Modell war ideal für die weniger wohlhabenden Kunden, die selbst hinter dem Lenkrad saßen.

Der „Twenty“
Der „Twenty“ machte den Weg für den noch erfolgreicheren 3,6-Liter 20/25hp frei, der 1929 erschien und mit 3827 verkauften Modellen der erfolgreichste Rolls-Royce der Zwischenkriegsjahre werden sollte. Ihm folgte 1936 der 4,2-Liter 25/30hp. Zu jener Zeit besaß Rolls-Royce bereits eine zweite Marke, nachdem man 1931 Bentley erworben hatte. Das Unternehmen hatte eine ganze Reihe beeindruckender Sportwagen hergestellt und die 24 Stunden von Le Mans nicht weniger als fünf Mal gewonnen. Der hervorragende Achtliter, der 1930 auf den Markt kam, stellte allerdings eine Bedrohung für den gerade vorgestellten Phantom II dar, und nachdem Napier Interesse an Bentley zeigte, eliminierte Rolls-Royce rücksichtslos einen potenziellen Konkurrenten, indem man ihn aufkaufte.

Silent Sports Car und die weitere Palette der großen Rolls-Royce
Die Produktion wurde nach Derby verlagert. Der 3 ½ Liter „Silent Sports Car“ des Jahres 1933 war ein zivilisiertes, hervorragend entwickeltes Produkt, das vom 20/25hp abgeleitet war. Genauso basierte der 4 ¼ Liter des Jahres 1936 auf dem 25/30hp.
In der Zwischenzeit war die Palette der großen Rolls-Royce ständig gewachsen, obwohl die Nachfrage nach diesen kostspieligen Automobilen zurückging. 1925 löste der 7,3-Liter „New Phantom“ den Silver Ghost ab, der 1929 rückwirkend Phantom I genannt wurde. 1935 schließlich kam der Phantom III mit einem 7,3 Liter großen Zwölfzylinder, der die Popularität derartiger Aggregate bei Produzenten von Luxusmodellen auf beiden Seiten des Atlantiks widerspiegelte. Als erstes Produkt der Fabrik in Derby verfügte der Wagen über eine unabhängige Vorderradaufhängung, was aber nicht über eine ganze Reihe von technischen Defiziten hinwegtäuschen konnte, die durch eine übereilte Aufnahme der Serienproduktion verursacht wurden.
Nach dem Tod von Royce wurde die Entwicklung der Automobile 1933 zum ersten Mal seit 1911 wieder nach Derby verlagert. Dort wurde sie in die Triebwerkproduktion integriert, so dass Ingenieure je nach Bedarf zwischen den verschiedenen Projekten wechselten.

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